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Lisa Christ gewinnt den JUNGSEGLER

Autor : Edy Müller – Sa, 24.08.2019

Die Gewinnerin der Oltner Kabarett-Castings von 2017, Lisa Christ, ist weiter auf Erfolgskurs. Nachdem sie im Sommer erfolgreich durch die Sendung «Comedy Talent Show» führte, gibt es News von der Bühenwelt:

Lisa Christ gewinnt den «Jungsegler» des nordArt.ch Festivals!

Bei der erstmaligen Durchführung des Jungseglers konnte sie nach der Vorauswahl mit drei anderen Künstlern und Gruppen sich am nordArt Festival präsentieren und wurde von der Jury zur Siegerin erkoren. Nach dem Gewinn des 7. Kabarett-Castings ist dies der zweite wichtige Kleinkunstpreis in der jungen Karriere von Lisa Christ.

Die Begründung der Jury (Barbara Anderhub, Anna Frey und Paul Steinmann):
«Lisa Christ schafft es mit engagierten Texten und einer starken Bühnenpräsenz das Publikum mitzunehmen in die Welt einer jungen Frau, die mit dem Erwachsenwerden ringt. Die Kabarettistin und Slam-Poetin bringt das Publikum spielend dazu, seine eigene Positionen zu überdenken und schafft es immer wieder mit ihrem scharfem Witz zu überraschen. Dass durch ihre wütende Energie immer auch eine Verletzlichkeit durchschimmert, verleiht Lisa Christ noch mehr Dringlichkeit.»

Herzliche Gratulation!

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Sven Garrecht gewinnt das Casting 2019

Autor : Andreas Stettler – Mi, 22.05.2019

Es ist Sven Garrecht!

Der 30-jährige Mainzer setzte sich im Final des Oltner Kabarett-Castings in einem knappen Rennen gegen die beiden anderen Vorrunden-Qualifikanten Konstantin Korovin und Gregor Stäheli durch. Mit seinem teils gesungenen – er begleitet sich am Klavier – teils gesprochenem Programm gewann er schnell die Gunst der Jury und des Publikums, denn dieses hatte selbstverständlich auch eine Stimme.

Garrecht erhielt einen Förderbeitrag von CHF 10‘000 für ein einjähriges Coaching und zur Entwicklung eines abendfüllenden Programms. Er wird es am «Wunschfeder»-Abend der Oltner Kabarett-Tage 2020 aufführen.

 

Konstantin Korovin | Gregor Stäheli

 

Sven Garrecht

 

Moderatorin Lisa Catena | Sieger Sven Garrecht

Fotos: Dieter Graf

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Presseschau 2019

Autor : Edy Müller – Sa, 18.05.2019

Wie die Medien über das aktuelle Festival berichten

22.05. – Oltner Tagblatt: «Sven Garrecht heisst der Sieger des Kabarett-Castings 2019»
An den Oltner Kabarett-Tagen war am Dienstagabend Orakel spielen angesagt – galt es doch, am Casting-Final die zukünftige Bühnenkarriere der drei Finalteilnehmer vorherzusehen. …

22.05. – SRF 1 / 10vor10: «Renato Kaiser – ein Comedian erobert die Schweizer Bühnen»
Ein Bericht über Renato Kaiser, zum Teil gedreht an den Kabarett-Tagen (Im Video ab Minute 20)

20.05. – Oltner Tagbaltt: «Die Turmrede stand an – und Senf, Cervelat und Cornichon folgten»
Olten Patti Basler, Slammerin, Kabarettistin und Literatin, zog die Massen auf den Ildefonsplatz. Die Turmrede stand an. …

17.05. – Oltner Tagblatt: «Max Uthoff macht Kabarett mit Auftrag»
Max Uthoff, Cornichonpreisträger 2019, trat im Oltner Stadttheater mit seinem Programm «Moskauer Hunde» auf. …

16.05. – Radio SRF: «Patti Basler – die preisgekrönte Bauerntochter» (Regionaljournal AG/SO, 12 Min.)
Die Fricktaler Slam-Poetin und Kabarettistin Patti Basler reitet aktuell auf einer Erfolgswelle. Sie ist frischgebackene Gewinnerin des Salzburger Stiers, eine der renommiertesten Auszeichnungen des deutschsprachigen Kabaretts. …

16.05. – AZ Medien: «Olten – die wahre Hauptstadt des Kabaretts» 
Einmal mehr gab es zur Eröffnung der Oltner Kabarett-Tage einen besonderen Leckerbissen: Max Uthoff, ein virtuoser Meister der präzisen Sprache. Mit atemberaubender Sprechgeschwindigkeit und rhetorischer Brillanz zog er das Publikum in seinen Bann. …

16.05. – az Solothurner Zeitung: «Max Uthoff nahm Kabarett-Preis Cornichon 2019 und gab dafür sein neustes Programm»
In Olten finden vom 15. bis 25. Mai 2019 die 32. Kabarett-Tage statt. Zum Auftakt nahm Max Uthoff den Schweizer Kabarett-Preis Cornichon 2019 entgegen. …

15.05. – Oltner Tagblatt: «Werner Nydegger stellt an der Ringstrasse aus»
Werner Nydegger stellt einen Teil seiner Werke an der Ringstrasse 39 aus. Die Ausstellung findet im dritten Stock vom 15. bis 25. Mai während der Oltner Kabarett-Tage statt. …

12.05. – Oltner Tagblatt: «Der tosende Poet aus Bayern hat gleich drei Auftritte an den Kabarett-Tagen» 
Peter Spielbauer aus Deutschland kommt an den Oltner Kabarett-Tagen gleich drei Mal zum Handkuss. …

19.03. – CH Media: «Von der Kanzlei auf die Bühne: Max Uthoff erhält den Cornichon-Preis»
Max Uthoff ist einer der Grossen der deutschen Kabarett-Szene. Der Polit-Satiriker aus der ZDF-Sendung «Die Anstalt» räumt einen Preis nach dem anderen ab. Jetzt wird er an den Oltner Kabarett-Tagen auch mit dem Cornichon ausgezeichnet. …

 

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Die drei Finalisten sind komplett

Autor : Andreas Stettler – Fr, 29.03.2019

Der wohl älteste Zivi der Welt hat die dritte Vorrunde des Oltner Kabarett-Castings für sich entschieden. Konstantin Korovin überzeugte Jury und Publikum mit seinen Selbstbetrachtungen als ukrainischer Secondo, seinen Gedanken über die einschüchternde Wirkung der russischen Sprache und seiner Vorstellung davon, wie ein Banküberfall in der Schweiz wohl von Statten gehen muss: sehr gesittet und freundlich.

Somit wird er im Rahmen der Oltner Kabaretttage am 21. Mai gegen Sven Garrecht und Gregor Stäheli antreten. Ein reiner Männer-Final zwar, der jedoch mit viel Charme gespickt sein wird und Frauenherzen durchaus zu gewinnen vermag.

 

Dabei hatte gerade Rebekka Lindauer bis am Schluss gute Chancen, sich gegen Korovin durchzusetzen. Sie schaffte es mit ihrer gnadenlosen Abrechnung mit Funktions-bekleidung immerhin in den Abendfinal. Kein Wunder, meinte sie, die gelernte Haute-Couture-Schneiderin, perlten romantische Annäherungsversuche an den – oft übel riechenden – Hightech-Textilien ab wie Regentropfen. Ebenso gnadenlos waren ihre Szenarien vom Eisbär, der eines Tages bei uns einwandern könnte; eine bitterböse Analogie zur aktuellen Migration.

Das Duo Badumts, dessen onomatopoetischer Name klingt wie ein Schlagzeugsound, waren in ihrer Programmwahl sehr mutig: Sie sammelten im Publikum Handys ein und schenkten ihm echte Ruhe. Buchstäblich. Stille. Minutenlang. Einer der beiden wurde dann aber selber zappelig und beklagte sich, notabene via Handy, über die saublöde Idee seines Bühnenpartners mit diesem Feldversuch.

Milva Stark, deren grösste Sorge die menschliche Dummheit ist, gab ein Gedicht zum Besten, das die Zuschauer auf geschickte Weise irreführte. Sie hatte nämlich in dieser durchzechten Nacht nicht etwa einen hässlichen Typen, sondern einen Ohrwurm mit nach Hause genommen, den sie nicht mehr los wurde. Bezeichnenderweise stimmte die Schauspielerin und Slammerin dann den Gassenhauer «Atemlos durch die Nacht» an. 

 

Gesungen wird auf jeden Fall auch im Final: Sven Garrecht (Sieger 1. Casting-Abend) ist Musikkabarettist. Gregor Stäheli (Sieger 2. Abend) und Konstantin Korovin machen klassisches Kabarett mit einem Schuss Comedy. Sie werden nicht mehr nur 10 Minuten Zeit haben wie in den Vorrunden, sondern eine halbe Stunde. Da darf man gespannt sein, was die jungen Nachwuchskünstler an Lustigem, Frechem und Bissigem kredenzen werden.

Weitere Bilder in der Galerie.

Fotos: Dieter Graf

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Gregor Stäheli gewinnt die 2. Vorrunde

Autor : Andreas Stettler – Do, 21.02.2019

Die Vielfalt des Gezeigten, genauer gesagt des Gesprochenen, Gesungenen und Getanzten war auch diesmal beeindruckend. Die Nachwuchs-Kabarettisten Jonas Gygax, Hani Who, Gregor Stäheli und die Willküren hatten je 10 Minuten Zeit, einen Ausschnitt aus ihrem Schaffen vorzustellen. Im Abendfinal zwischen Hani Who und Stäheli vermochte Letzterer nach Meinung der Jury und des Publikums dann mehr zu überzeugen. Der Basler aus Zürich, der mit dem Publikum zum Mittelpunkt der Herzen reiste, gewann das legendäre grosse Cornichon-Glas und einen Bühnenplatz am Casting-Final anlässlich der Oltner Kabarett-Tage im Mai. Durch den Abend führte Lisa Catena, Gewinnerin des ersten Castings vor acht Jahren.

Gregor Stäheli  Jonas Gygax
Gregor Stäheli und Jonas Gygax

Stäheli will partout nicht erwachsen werden und macht sich als Peter Pan auf die Suche nach seiner Wendy in Nimmerland, in die er unsterblich verliebt ist. Er, der überbehütet aufgewachsen ist und das Reisen überhaupt nicht erholsam findet, rät den Menschen, anstatt sich dauernd selber zu suchen, sich gar nicht erst zu verlieren. Liebe und Verletzlichkeit liegen halt sehr nahe beieinander, im Herzen eben, wohin die Reise des jungen Kabarettisten schliesslich hinführt. Jene der Zuschauer hat er offensichtlich erreicht.

Die Willküren  Hani Who
Die Willküren und Hani Who

Hani Who, der bayrische Afghane oder afghanische Bayer und Kindererzieher, auf jeden Fall aber mit Migrationsvordergrund, sinnierte mit sanfter Stimme über die Schwierigkeiten der deutschen Sprache und das neue Rollenverständnis der Männer.

Die Opferrolle seines Geschlechts beackerte auch der Emmentaler Jonas Gygax in schnellem, geschliffenem Hochdeutsch; er identifizierte neue Gesellschaftsklassen, eine Verrohung der Sitten und ein aufkeimendes Autoritätsbedürfnis.


Moderatorin Lisa Catena

Alles andere als willkürlich schliesslich waren die Willküren, drei Frauen mit ihren Instrumenten, die mehrstimmig und musikalisch in die Gedankenwelt einer ausrangierten Schreibmaschine vordrangen. Wegen eines Bänderrisses entschied sich diese, nichts mehr zu tun und so vielleicht Schlimmeres zu verhindern.

Die nächste Ladung junges Kabarett, das hinterfragen, provozieren, frech sein und unterhalten wird: 3. Casting-Abend, Dienstag, 26. März, im Schwager Theater.

Weitere Bilder in der Galerie.

Fotos: Dieter Graf

 

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Einer von drei Finalisten steht fest

Autor : Andreas Stettler – Mi, 16.01.2019

Die ersten vier Nachwuchs-Kabarettisten haben die Latte schon mal hoch gelegt. Eddie Ramirez, HOSH, Isabelle Anne Küng und Sven Garrecht schenkten sich nichts, als sie in dieser Reihenfolge je 10 Minuten Zeit hatten, sich in die Herzen von Jury und Publikum zu reden, zu singen und zu spielen. In den «kleinen Final» an diesem Abend schafften es Küng und Garrecht, der schliesslich zum Sieger dieser ersten Vorrunde und somit zum Finalteilnehmer (Dienstag, 21. Mai) gekürt wurde. Mit seiner bereits routiniert wirkenden Klavier-und-Gesang-Performance hatte er das gut gefüllte Schwager Theater rasch auf seiner Seite.

 

Sven Garrecht und Isabelle Anne Küng

Der Deutsche hat gezeigt, dass er mit seinem musikalischen Können und seinem spielerisch-präzisen Umgang mit der Sprache das Zeugs für eine kabarettistische Karriere hat. Seine Bewunderung für den Po der Po-Litesse, seine schonungslose Analyse von Ü-60ern und ihren Avancen gegenüber U-30ern sowie das Abschiedslied an seine Haare waren herrlich unterhaltend.

Isabelle Anne Küng schlüpfte in die Rolle des grossen Shakespeare, der aus verschiedenen Gründen den Drang hatte, nochmals zurückzukommen. «Er» verglich Sprachgebrauch, Romantik und Sex von damals und heute, wobei er zum Schluss kam, dass die Sitten sicher nicht besser geworden sind. Vor allem gab er seinem Bedauern Ausdruck, dass wir in der Gegenwart in allen Lebensbereichen mit so viel Doppelmoral zu kämpfen haben.

 

HOSH und Eddie Ramirez

HOSH schilderte in erfrischend langsamem Bärndütsch seinen Versuch, die abendländische Kultur zu retten, allen voran den Humor. In seinem Fall ist dieser zeitweise so schwarz, das die Lacher ebenfalls etwas länger brauchen. Das ist kein Mangel. Als 1.-August-Redner in einem «Reservat» für «Ureinwohner» im Berner Hinterland hatte er mit Themen wie dem Flüchtlingsstrom und Schwarzgeld keinen leichten Stand.

 

 Sieger Sven Garrecht und Moderator Jan Ruthishauser

Eddie Ramirez schliesslich, der Mann mit der Eddie-tude, erzählte auf sympathisch-witzige Weise und mit wortgewandter Selbstironie von seinen täglichen Erlebnissen als Rollstuhlfahrer. Jetzt wissen wir, dass seine Begleiter nicht immer Betreuer, sondern auch seine Freunde sein können; und dass nicht jede Rollstuhlfahrerin immer gleich seine Freundin werden kann.

Die nächste Ladung junges Kabarett, das hinterfragen, provozieren, frech sein und unterhalten wird: Dienstag, 19. Februar, im Schwager Theater.

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Bilder: Dieter Graf

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Die Jungen sind (wieder) los

Autor : Andreas Stettler – Mo, 07.01.2019

Die Suche nach den besten Nachwuchs-Kabarettistinnen und -Kabarettisten erlebt bereits die 8. Auflage. An drei Abenden im Januar, Februar und März wird das Schwager Theater zur Casting-Bühne, auf der sich jeweils vier – also insgesamt 12 – ausgewählte Jungtalente messen. Jedes Mal wird der Gewinner beziehungsweise die Gewinnerin erkoren. Diese drei Besten der Vorrunde treten am 21. Mai im Final gegeneinander an. Den Anfang machen am 15. Januar um 20 Uhr Sven Garrecht, Isabelle Anne Küng, Eddie Ramirez und HOSH.

Sven Garrecht hat begriffen, dass, wenn die Welt wirklich jeden Tag schlechter wird, gestern zwar alles noch nicht ganz so schlimm war wie heute, aber dann immerhin heute noch besser als morgen. Isabelle Anne Küng schlüpft in die Rolle des grossen Shakespeare, der aus verschiedenen Gründen den Drang hat, nochmals zurückzukommen. Zwei Welten treffen frontal aufeinander. Eddie Ramirez unterscheidet sich von den meisten andern Kabarettisten schon durch seine Art der Fortbewegung: Der Zürcher erzählt mit wortgewandtem Charme und Selbstironie von seinen alltäglichen Erlebnissen als Rollstuhlfahrer. HOSH schliesslich wird aus unerfindlichen Gründen als Redner zu einer 1.-August-Feier eingeladen, deren Veranstalter das christliche Abendland – und er den Humor – retten wollen.

Ein vielversprechende Ladung Kabarett, die hinterfragen, provozieren, frech sein und unterhalten wird. Dienstag, 15. Januar, 20 Uhr, Schwager Theater.
Weitere Infos und (noch die letzten) Tickets online.

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Oltnerin gewinnt Kabarett-Casting

Autor : Franziska Monnerat – Do, 31.05.2018

Lisa Christ setzte sich im Finale gegen ihre beiden männlichen Konkurrenten durch und gewinnt den Förderpreis in der Höhe von 10'000 Franken.

«Erinnern Sie sich noch an Ihren 16. Geburtstag?», fragte Lisa Christ das Publikum am Anfang ihres Auftritts. Danach begann sie darüber zu sinnieren, was sich seither verändert hat. Anstatt literweise Wodka runterzuschütten, nippe sie den ganzen Abend an einem Glas Weisswein. Anstatt die ganze Nacht zu tanzen, suche sie sich im Club einen Stuhl mit Lehne. Mit Bedauern stellte die 27-Jährige fest, dass ihre Götter Faulheit, Feiern und Fett auch im Freundeskreis an Bedeutung verlieren. Während die einen dem Fitness- und Gesundheitswahn verfallen, gründen die anderen eine Familie. Ihre Erkenntnisse teilte Christ, die seit über zehn Jahren an Poetry Slams teilnimmt und vor kurzem ihr erstes Buch veröffentlicht hat, in rasend schnellem Tempo.

Gemächlicher ging es bei den Auftritten der anderen beiden Finalisten zu und her. Piet Heusser, der im Jungen Theater Winterthur Bühnenerfahrung gesammelt hat, verlas an einem Tisch sitzend den «Bericht aus dem Lande», eine bitterbösen Abrechnung mit Schweizer Eigenheiten vom Berner Sennenhund über den Tunnelbau bis zu Helikoptereltern.

Der Schauspieler Philipp Langenegger machte seine Herkunft zum Programm. In breitem Dialekt berichtete er vom Landleben nahe dem Säntis, dem «Matterhorn des Appenzellerlands». Er schilderte Situationen, wie sie sich im Dorf abspielen und stellte unter Einbezug des Publikums skurrile Szenen nach, wie sie ihm im Stall begegneten. So berichtete er beispielsweise davon, wie sich seine schönste Kuh Soraya mit den Hörern in der Heuraufe verfing, weil ein Nacktwanderer sie erschreckt hatte.

Durch den Finalabend im ausverkauften Schwager Theater führte wie bereits bei den drei Vorrunden Lisa Catena, die Siegerin des 1. Oltner Kabarett-Castings. Die erfolgreiche Satirikerin tourt zur Zeit mit ihrem Programm «Nume nid gsprängt!» durch die Schweiz.

 

 

Philipp Langenegger und Piet Heusser

 

 

Lisa Christ und die Moderatorin Lisa Catena

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Der 3. Castingabend vollständig in der Hand von Kabarettistinnen

Autor : Rainer von Arx – So, 06.05.2018

Heute wird eine Frau gewinnen. Diese Sicherheit war seit Beginn klar. Der dritte Abend bot vier Kabarettistinnen im Wettbewerb und sowie die überzeugende Moderatorin Lisa Catena.

Lisa Catena Lisa Christ

Nach der Einstiegsmoderation und der kurzen Vorstellungsrunde eröffnete die Lokalmatadorin Lisa Christ den Abend. Im Storytelling und performten Texten befasste sie sich mit ihrer Entwicklung als Jugendliche und Frau, sinnierte über das Älterwerden, behütet sein und übers erfüllen oder brechen von Idealen und Konventionen.

Sina Hirzberger war das zweite Mal beim Casting und führte durch Entwirrungen. Von der Sozialanthropologie ging es über die Arbeit im Service zum Büroyoga. Die junge Thunerin bewies dabei, dass sie nicht nur textlich sondern auch sportlich überzeugen kann.

Sina Hirzberger Rebekka Lindauer

Vom Büro gings bei Rebekka Lindauer in die Welt der Kinder. Wie kann man sich als Kollegin verhalten, wenn man von jungen Familien umzingelt ist, wie kann aus Kindern etwas anständiges werden und wie „metzget“ sich die selbsterklärte Viandin das Leben? Ihr Song über Banker lieferte dazu eine weitere satirische Note.

Als letzte Künstlerin vor der Pause kam Mirjam Pierig in der Rolle als «Miggeli». Als Revoluzzerin bricht Miggeli aus dem tristen Alltag des Altersheims aus und denkt über Gesundheitswahn und das Wettrüsten der Pharmabranche nach.

Mirjam Pierig Abend-Siegerin Lisa Christ

Nach einer langen Pause, entstanden durch intensive Jurydiskussion wie auch tollem Wetter, konnten Mirjam Pierig und Lisa Christ nochmals die Bühne in Beschlag nehmen. Miggeli performte weiter im Thema und rappte über Medikamente, Implantate und die Bedürfnisse von SeniorInnen. Christ knüpfte an den Lebensthemen der jungen Frau an. Sie performte Texte über die perfekten Ferien und das Bedürfnis, dass viele Menschen über Veränderungen im Leben fast missionarisch reden wollen. Ihr Abschlusstext über Muttersein und dass Geburt und der Körper der Frau schlicht «Magic» ist, überzeugte Jury und Publikum und so konnte sie, sehr verdient und stolz, den Abendsieg holen und wird am Finalabend vom 28. Mai wieder auf der Bühne stehen.

Weitere Fotos finden Sie in der Bildergalerie.

Fotos: Dieter Graf

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«Generation Y» gewinnt zweite Vorrunde

Autor : Franziska Monnerat – Sa, 14.04.2018

Am Casting-Abend Ende März nahm Piet Heusser Abschied von seiner Jugend. Ihm winkt nun als zweiter Finalist ein Förderpreis in der Höhe von 10'000 Franken.

Das Leben als 22-Jähriger habe seine Tücken, stellte Piet Heusser fest. In seinem Programm «Vom Ende des Zaubers» machte er sich Gedanken über seine Generation und über seine Jugend. Wird man erwachsen, verändert sich alles. Globi wohnt nicht mehr im Iglu, sondern in der Agglo. Über Briefpost freut man sich nicht mehr, sondern fürchtet sie. Dramaturgisch gekonnt und sprachlich eloquent sinnierte der Winterthurer darüber, wie es wäre, wenn man nochmals von vorne anfangen könnte. Am Ursprung sozusagen, bei der Entstehung des menschlichen Lebens, begann der Text, den Heusser nach der Pause auf Hochdeutsch vortrug. Einem Tagesablauf folgend, von der Geburt in der Morgendämmerung bis zum Tod bei Einbruch der Nacht, schritt er durch die Lebensjahre. Dabei überraschte er immer wieder mit unterwarteten Wendungen und pechschwarzem Humor. Mit seinem satirischen Aufritt sicherte sich Heusser den Einzug ins Finale des 7. Oltner Kabarett-Castings Ende Mai.

Vor ein paar Jahren von Berlin in die Schweiz – oder wie sie scherzhaft präzisierte «fast, nach St. Gallen» zu ihrem Appenzeller Ehemann – zog Lillemor Kausch. Auf der Bühne des Schwager Theaters erzählte Kausch Geschichten aus ihrem Leben, pointiert präsentiert in bester Spoken Word-Manier. Temporeich schilderte die 30-jährige gebürtige Berlinerin etwa, was sie an einem Heiligabend in der Notaufnahme eines Krankenhauses erlebte. Dort empfing sie als Medizinstudentin Patienten mit Platzwunden (wegen «Glühwein und Glatteis»), zu viel Promille («3,1 Promille-Schnalle» stellt neuen Rekord auf) und anderen Problemen (Tochter hat «Besuch von Tante Rosa aus Unterleipzig» und muss aufgeklärt werden). Mit starken Stories, skurriler Situationskomik und überzeugender Performance gelang es Kausch, sich für den Abendfinal zu qualifizieren.

Neben Wort auch auf Musik setzte die zweite weibliche Teilnehmerin des Abends, Klara Winter. Die 54-jährige Baslerin betonte zu Beginn, dass sie als «Neu-, Nachwuchs-, sozusagen Jung-Kabarettistin» auftrete, nicht als Lehrerin. Als solche könne sie sich keine Blösse geben. Besserwisserisch zu sein, sei schliesslich eine Berufskrankheit. Als Kabarettistin jedoch suche sie nach Antworten – beispielsweise auf die Frage, was Kabarett überhaupt sei. Winter setzte sich ans Klavier und stimmte ein Lied an, in dem sie sich einer Definition der Kultursparte aus eigener Perspektive annäherte. Neben Selbstironie bewies Winter musikalisches Talent und Sinn für gesellschaftliche Themen, die es kritisch zu hinterfragen gilt. Als Abschluss ihrer Darbietung ehrte sie Google in einem Gebet als «allumfassende Quelle der Wahrheit» mit gefalteten Händen und demütig nach oben gerichtetem Blick.

Das Augenmerk auf kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten legte Jochen Schaible, der vierte Kandidat des Abends. Aufgewachsen in der Nähe von Nürnberg, lebt er seit rund zehn Jahren in der Schweiz. In seinem Programm «Schweizer Franken» verglich der 42-Jährige seine alte und neue Heimat. Beide Orte seien als «Hot Spots der Ausgelassenheit» bekannt und die Männer würden als «Meister beim Flirten» gelten, so Schaible augenzwinkernd. Mit bildhaften Beispielen veranschaulichte er die «nach innen gerichtete Lebensfreude» von Franken und Schweizern. Die Lacher hatte Schaible besonders dann auf seiner Seite, wenn er absurde Alltagssituationen schilderte, in denen ihm als Deutscher der Dialekt zum Verhängnis wurde. Er berichtete beispielsweise davon, wie er in einer Bäckerei vermeintlich akzentfrei «Bröteli» bestellte und so die Verkäuferinnen zum «giigele» brachte oder wie er die im Migros-Clubschule-Kurs «Schweizerdeutsch konkret» erlangten Kenntnisse beim nächsten Grenzübertritt hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit überprüfte.

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Fotos: Dieter Graf 

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Vier Goofe, ein Sieg

Autor : Franziska Monnerat – Mi, 28.02.2018

Am Dienstag, den 27. Februar 2018, ging im Schwager Theater der erste Abend des 7. Oltner Kabarett-Castings über die Bühne. Am Ende stand mit Philipp Langenegger der erste Finalist fest.

Mit seinem Programm «Highmattliches» nahm der vierfache Vater Philipp Langenegger das Publikum mit ins Appenzellerland, berichtete aber auch von seiner wilden Zeit in Berlin, wo er als Schauspieler tätig war. Wortgewandt, mit ausdrucksstarker Mimik und spontaner Interaktion vermochte er sowohl Publikum als auch Fachjury von seinem Potential als Kabarettist zu überzeugen.

Philipp Langenegger Arianna Camani

Gegen ihn trat Arianna Camani an, die ihre Pedalharfe aus dem Tessin mitgebracht hatte. In – wie sie selbst zu Beginn bei der Vorstellrunde sagte – «geheimer Mission unterwegs», versuche sie die Welt mit Musik zu retten. Auf einer Zeitreise veranschaulichte Camani auf spielerische Art die Qualitäten ihres 47-saitigen Instruments. So erzählte sie etwa vom Alten Ägypten, wo der Harfe heilsame Kräfte zugesprochen wurden und verglich Roger Federers Tennisracket mit einer «Doppelharfe», die für seinen sportlichen Erfolg verantwortlich sei.

Mit einer Kette aus Filzkugeln in allen Regenbogenfarben um den Hals und bunten Kleidern am Körper gab Martina Hügi einen satirischen Einblick in ihre Tätigkeit als Primarlehrerin. Im Gegensatz zu Finanzverwaltern arbeite sie statt mit Vermögen mit Unvermögen, mit Defiziten habe sie jedoch gleichermassen zu tun. Das Glück – so Hügi – finde sie weder im Beruf noch in einer Beziehung. Nach einer Standortbestimmung zeigte die junge Thurgauerin dem Publikum mithilfe eines Fragebogens ungeschont auf, woran sich erkennen lasse, ob eine Ehe noch funktioniere oder nicht.

Martina Hügi Pascal Franke

Der vierte Künstler des Abends, Pascal Franke, setzte auf musikalisches Kabarett, indem er zwei Lieder vortrug und sich dabei selbst am Klavier begleitete. Sein Liebeslied «Am Strand» bestach genauso wie das zweite Stück mit bildhafter Sprache, schwarzem Humor und überraschenden Wendungen.

Charmant und gut gelaunt durch den Abend führte Lisa Catena, die Gewinnerin des 1. Oltner Kabarett-Castings.

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Fotos: Dieter Graf

 

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Was macht eigentlich… ?

Autor : Edy Müller – Mo, 16.10.2017

Diese Frage ist in einigen Zeitschriften eine Rubrik, in der ehemals (mehr oder weniger) Prominente für ein paar Zeilen aus der Versenkung geholt werden. Hier möchte ich jedoch in loser Folge über Projekte von ehemaligen Teilnehmern des Oltner Kabarett-Castings berichten. Dabei sollen nicht nur die bisherigen Sieger Erwähnung finden. Auch viele der Newcomer, die den Förderpreis nicht gewinnen konnten, haben gezeigt, dass sie Potenzial haben. Und viele haben das genutzt und auf eigene Faust ein Programm realisiert.

Aus aktuellem Anlass starte ich trotzdem mit einem Sieger: Christoph Simon, der Sieger des 3. Kabarett-Castings 2014, erhält 2018 den «Salzburger Stier». Aktuell ist er mit seinem Programm «Zweite Chance» unterwegs. Im März 2018 wird er mit seinem neuen Programm «Der Richtige für fast alles» Premiere feiern. Parallel dazu ist er mit anderen Casting-Siegern mit dem Stück «Die Sieger» zu sehen. Unter anderem am 1. Dezember in Olten im Schwager Theater, da wo die Casting-Sieger gekürt wurden.


Mike Baader, Finalist 2017, hat sein Programm «Vollzyt-Chaot» ausgebaut. Der Berner Radiomoderator und Nachwuchskabarettist feiert am 21. Oktober die Premiere seines ersten Programmes im Schwager Theater. Am 29. Oktober ist er dann im Berner La Cappella zu sehen.

Ágota Dimén war beim 5. Casting dabei und hat inzwischen ihr erstes Comedy-Programm geschrieben: «Sensation! Korn findet Huhn» (28.10.2017 im Theater Winkelwiese, Zürich). Die meisten kennen Sie wohl aus dem Fernsehen. Seit Anfang 2017 ist sie als transilvanischer Sidekick Teil der Sendung «Deville Late Night». Bei «Deville» führt Patrick Karpiczenko Regie und fungiert als Headwriter. Auch er ist für regelmässige Besucher des Castings kein Unbekannter: im 4. Casting-Jahr war er als Newcomer auf der Bühne zu sehen.

Das Duo «Bastler & Grautier» war schon zweimal am Casting zu sehen: 2015 und 2016. Beim zweiten Anlauf hat es für einen Finalplatz gereicht. Auch sie haben ein Programm – «chli BREIT» –, mit dem sie unterwegs sind, z.B. am 21.10.2017 in Burgdorf und tags darauf in Zürich.

Es gibt noch diverse weitere Casting-Teilnehmer, die auf Bühnen zu sehen sind.
Daher gilt für diesen Beitrag: Fortsetzung folgt…